27.04.2016

Der Garten kann nicht warten



 egal was der April mit ihm macht - er startet durch!




Ein kleiner Scherz schon vorneweg, na das kann ja heiter werden!

Der Garten im April ist bekanntermaßen ein gefährliches Gebiet. Bei uns gilt dies aber auch für die restlichen Monate des Jahres. Nicht nur die ausschlagenden Blumen und Bäume, sondern auch das bisschen Hund im Doppelpack sind nicht zu unterschätzen. Gleich am Eingang wird klargestellt, wer hier das Sagen hat ... diesbezüglich gibt es keine Diskussion! Seid also gewappnet!




Wer sich dann mittels Würstchen oder eventueller Kraulereien hinterm linken Ohr Liebkind gemacht hat, darf bei guter Führung einen Blick auf die Blumen im Eingangsblumenbeet werfen. Auf einen Ball darf man werfen, da haben die Hunde nichts dagegen - nur nicht ins Blumenbeet - dagegen hat Frauchen etwas und dieses ist auch nicht zu unterschätzen!

Blüht eine Blume, zeigt sie uns die Schönheit.
Blüht sie nicht, lehrt sie uns die Hoffnung.
Chao-Hsiu Chen


Derzeit wird mein Rosenbeet von Hornveilchen dominiert, die auf schwäbisch auch
Veigele oder Glotzerle genannt werden.


Das Schattenbeet ist derzeit noch lichtdurchflutet, da die Haselnuss noch  nicht vollständig ausgetrieben hat - eine gute Zeit für die Tulpen, denn so werden deren Blüten ins richtige Licht gerückt. Später werden hier im diffusen Zwielicht die verschiedensten  Blattschmuckstauden ihren großen Auftritt haben.


Umgeben wird das Schattenbeet von schwedenroten Wänden, zusammen mit der roten Haselnuss ergibt dies eine wunderbare Farbumgebung für das schattige Beet.


Um die Hunde aus den Nachbargärten fernzuhalten, wurde ein Gartenzaun rund um unser Grundstück notwendig. Dieser soll jedoch niemanden ausgrenzen - wir bepflanzen die Zäune mit blühenden Rankpflanzen und haben dann an dem Blumenzaun nachbarschaftlich unsere Freude. Da die Hunde ja nicht überall sein können, bewahren hier mehrere Blumendamen den Überblick über das Geschehen.




Wie ein gewachsener Durchgangsbogen wird dieser Übergang in den Nutzgarten links und rechts von großen Bäumen flankiert. Zwischen den Bäumen hängt ein alter gewundener Ast, welcher den Eindruck eines Durchgangstores noch verstärkt und gerne von den Vögeln des Gartens als Sitzplatz genutzt wird. Dies ist unser Genußtor, da sich dahinter die pflanzlichen Genüsse des Gartens befinden.


Der Blick in Richtung Genußtor von der anderen Seite gesehen. An diesem Kiesweg wuchsen viele Jahre lang kleine Obsthochstämmchen als kleiner Naschpfad. Als diese zu ausladend wurden, haben wir sie umgesiedelt. Nun treiben hier diverse Himmelsstürmer ihr Unwesen, die unseren Blick nach oben lenken, ohne uns gleichzeitig ein Bein zu stellen.


Meine Sichtschutzwand aus Eichenholz ist schon seit einigen Jahren in unserem Garten. Die Fenster sind alte Kirchenfenster und wurden mir von einer guten Freundin für diesen Zweck überlassen. Somit ist dies unser Herrgotswinkel, in dessen Schatten man sich im Sommer wunderbar geschützt vor fremden Blicken erholen kann. Für Insekten ist sie unser Insektenhotel - allerdings wohnen die Summer und Brummer auf der Sonnenseite der Wand.



Er trug noch nie wirklich gesunde Äpfel, zum Fällen war er mir jedoch viel zu schade. Denn Bäume leisten noch so viel mehr Gutes. Das Früchteliefern ist ja nur so eine Art Nebenbeschäftigung für sie. Zuerst ernannte ich ihn zu meinem Baum der Erleuchtung und schmückte ihn mit Laternen. In den letzten Jahren trägt er auf seinen Ästen zusätzlich die langen Triebe einer Clematis für die Frühjahrsblüte, eine Ramblerrose für die Sommerblüte und einen wilden Wein für den Herbstschmuck. Diese Gewächse muss ich jedes Jahr zurücknehmen, damit der Baum unter dem ganzen Schmuck nicht leidet. Aber er erleuchtet uns nun das ganze Jahr über mit seinen eigenen sowie geliehenen Blüten und den Laternen.

Paradiesgärtner pflanzen Heiterkeitsbäume, Freudensträucher
Lachobst und Tanzgemüse.
Alfred Selacher



Nun sind wir im hintersten Gartenbereich angelangt, dort ist noch einiges zu tun, da bis vor zwei Jahren hier unsere Hasen in einem sehr großen Gehege umhergehoppelt sind. Diese Hoppler hat mittlerweile das Zeitliche gesegnet und ich nutzte das nun leere Areal um ein weiteres Gartenzimmer anzupflanzen. Dieses steht nun unter dem Motto - Wildwuchs ohne viel Pflegeaufwand.


Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben wie die Meditation.
Hermann Hesse


Unser Zwetschgenbaum trägt nicht jedes Jahr gut, aber wenn er ein gutes Jahr hat, dann trägt er meistens sehr große Mengen wunderbarer Zwetschgen. Seine Baumscheibe ist dicht bewachsen mit Schneeglöckchen, Helleborus, Tulpen, Primeln und später dann sehr viel Farn und etwas Frauenmantel. All diese Pflanzen gedeihen an diesem schwierigen Pflanzplatz ausgezeichnet.


Im Vorgarten muss ich diesen Herbst die Tulpenblüte wieder etwas aufstocken. Solch ein Bild hilft mir bei der herbstlichen Planung für das nächste Frühjahr. Ansonsten ist der terrassierte Vorgarten überwiegend mit wintergrünen Bodendeckern, Zierlauch, Rosen und Clematis bepflanzt. Dies alles wird überschirmt durch einen Zierapfel mit tollen rotgelben Früchten.



Dies waren Teile des Gartens im April. Auch wenn das Wetter derzeit keinen Gartengenuss möglich macht, bin ich froh, dass es mir noch rechtzeitig vor dem erneuten Wintereinbruch gelungen ist, diesen Gartenrundblick zu fotografieren.

 Die Grafiken habe ich von http://thegraphicsfairy.com/ und 
den Fritillaria Stempel aus einer Grafik von http://www.Biolib.com

Habt ihr auch verschiedene Gartenbereiche oder ist es mehr ein großes harmonisches ganzes? Ist der Garten geordnet und ordentlich oder eher (wie meiner) wild romantisch oder gar ganz anders? Schreibt mir doch etwas dazu - ich bin neugierig!


Es grüßt aus dem gefährlichen aber gut bewachten Garten

Marion

alias



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Kommentare:

  1. Wow..., ich bin fast stumm vor Begeisterung, ich sehe ehrlich gesagt selten Gärten, auf die ich fliege... Toll deine Räume und Pflanzkonzepte, die sehr natürlich wirken... Meine Gartengestaltung ist gerade wieder im Umbruch, durch Fällarbeiten beim Nachbarn haben sich Raum- und Lichtverhältnisse geändert... Es gibt neben einem (seeeeehr) trockenen Schattengarten und einem Küchengarten an den schmalen Gartenstreifen neben dem Haus dann unterhalb von Terrasse und Teich einen großen "Kommunikations-, Kreativ-, Spiel- und Ruhebereich" würde ich das mal nennen und einen Wilden Vorgarten, in dem es möglichst das Jahr über blüht. Da kommt nun der Umbruch in Gestalt neuer Anforderungen an die abflusslose Sammelgrube, ich mag noch nicht dran denken... Aber da es ohnehin ziemlich wild bei mir zugeht, fällt es vielleicht nicht auf... Liebe Grüße in deinen schönen Garten - Ghislana

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  2. Ein wirklich schöner Gartenspaziergang, in dem Garten da möchte man gerne sein....
    Lieben Dank, mit herzlichen Grüßen,
    Monika*

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  3. Liebe Marion,
    danke für diese wundervolen Einblicke in deinen herrlichen Garten! Dein Cavalier ist total süß. Wir haben auch zwei Cavaliere, die schon sehr alt sind.

    Ganz liebe Grüße und noch eine schöne Restwoche,
    Christine

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  4. Es kann ich verstehen, ich habe auch immer von einem kleinen Garten geträumt, habe aber nur Balkon. :-) Aber wenn ich den Garten hätte, würde ich dort ständig tätig sein und viel Spaß daran haben. Sehr schöne Serie. Liebe Grüße

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  5. Liebe Marion,
    Du bist ein echtes Glückskind, so einen wunderbaren, vielseitigen Garten hat nicht jeder. Und alles ist so durchdacht und so bepflanzt, dass sich offenbar jeder Blick in jede Ecke deines Traumgartens lohnt.
    Liebe Grüße (von einer, die leider, leider keinen Garten, auch kein Gärtchen, ihr eigen nennen darf)
    moni
    http://www.reflexionblog.de

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  6. ...ein so schöner Garten, liebe Marion,
    wohl durchdacht und geordnet und doch so natürlich wirkend...gefällt mir sehr gut und ich würde gerne mal da durch bummeln und alles genau in Augenschein nehmen...
    meinen Garten habe ich von den Schwiegereltern übernommen bzw ist es immer noch Übergabe nur die Anteile verschieben sich in meine Richtung...alles ist vorgegeben und doch irgendwie auch im Umbruch, da ich es nicht so ordentlich mag und versuche, es ein bisschen wilder und insekten- und kleintierfreundlicher zu gestalten...es bleibt spannend, was wie wird, denn ich habe wenig Erfahrungen, was wo gut wächst und probiere aus,

    liebe Grüße
    Birgitt

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  7. Hallo Marion,
    Dein Garten ist ja traumhaft. Mir gefällt Deine Einteilung in unterschiedliche Bereiche. Unser Garten ist ja noch im werden, aber ich habe auch schon angefangen verschiedene Bereiche zu gestalten.

    Viele Grüße aus dem Wendland
    Silke

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  8. Hast du einen schönen gepflegten Garten. Ich bin gerade ganz blass vor Neid.
    So würde mein Traumgarten aussehen. Genau so! Was ich ja gar nicht mag, sind solche minimalistischen Gärten, die mit dem Linial gezogen sind! Also großes Kompliment!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  9. wunderschön dein Garten, gefällt mir sehr und ich hoffe, meiner wird irgendwann auch ein klein bisschen gekonnt verwildert und doch geordnet wie bei dir - übrigens sehr schöne Aufnahmen
    LG Siglinde

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  10. wunderschön, Garten und Fotos, man möchte darin wandeln
    LG Siglinde

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  11. Schon wieder soviele Fotos, ein Wahnsinn
    und eines schöner als das andere.
    LG Biggy

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  12. I enjoyed to see your garden! Beautiful "Hornveilchen" In The Netherlands: viooltje. I love them. Wow, what a garden you have!

    http://momentsfrozentime.blogspot.nl/ (my photoblog)

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  13. Liebe Marion,
    ich habe mich am ‚Hüter der Tore’ vorbeigeschummelt und einen ausgiebigen Spaziergang in Deinem Paradies genossen. Deinen Pflanzenschatz hast Du ganz wunderbar in ‚Bild & Ton’ festgehalten. Huch! Da ist er wieder ... der kleine Schelm ... werde mal Bällchen werfchen und wünsche Dir ein traumhaft schönes Gartenjahr!
    Alles Liebe aus dem ‚goldenfairycottage’,
    Petra

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  14. Liebe Marion,
    das war ein wunderbarer Rundgang durch deinen Garten - wirklich ein schönes Paradies mit
    den verschieden gestalteten Bereichen.
    In meinem Garten gibt es auch verschiedene Bereiche. In der Nähe des Hauses (wg.kurzer Wege aus der Küche) befinden sich ein Gemüsegarten und ein Kräutergarten. An der Südseite des Hauses ist ein Teil der Veranda mit einer Wein-Pergola 'überdacht'(im Sommer läßt es sich dort im Schatten herrlich relaxen im Liegestuhl) und davor befindet sich ein Staudenbeet, auf dem sich im Frühjahr Schneeglöckchen, Krokusse usw. tummeln und im Sommer von verschieden Blühstauden 'bevölkert' wird. Außerdem stehen hier auch noch Gehölze wie Haselnuß, Weiß- und Rotdorn und eine Strauchazalee. Ein Schattenbereich ergibt sich durch hohe Tannen an der Grenze des Nachbarn von selbst; hier kommt so gut wie fast gar keine Sonne mehr hin. Der Buchsbaum wächst dort aber gut. Funkien standen dort auch mal - wurden aber regelmäßig von den Rehen abgefressen! Im vorderen Bereich des Grundstücks befindet sich eine Kehre in dessen Mitte sich ein Beet mit Rhododendren, Farnen, Heide, Felsenbirne, Birken und Ebereschen entwickelt hat. Der Garten zeigt sich eher etwas wild romatisch...
    LG Christian

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  15. wow
    ich bin beeindruckt
    ein wundervoller Garten
    und so vielseitig
    da würde ich gerne einmal lustwandeln ;)
    aber natürlich ist es auch ein gutes Stück Arbei damit es so aussieht als wüchse alles alleine ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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Einige liebe Worte sind für mich wie ein warmer Regen im Mai ... sie geben mir die Kraft für ein ganzes Blogger-Jahr, kreativ in die Welt zu schauen. Ich danke euch allen dafür.

Gerne besuche ich auch eure Blogseiten und hinterlasse einen Kommentar. LG Marion