21.10.2016

Im Schönbuch geht 2015 ein mysteriöser Verbrecher um,

Heuschrecke im Wasser

die armen Opfer entdecke ich, wie folgt:

 


Es ist ein schöner sonniger Nachmittag in diesem sensationellen Sommer 2015. Den Wanderer ziehen Seen und andere Gewässer magisch an - da bin ich mit den Hunden natürlich keine Ausnahme.

Ich stehe an einem meiner Lieblingsseen im Naturpark Schönbuch und lasse meine Blicke über die Wasseroberfläche gleiten, als mir etwas ins Auge sticht. Oh, was ist das denn für ein Tier auf der Wasseroberfläche? Ich schaue genauer hin und sehe, da treibt eine Heuschrecke am Rande des Wassers. Wie kommt sie an diese Stelle, was hat sie da zu suchen? War dies ein hinterlistiger Anschlag unseres Übeltäters?


Libelle und Schnecke an Halm

Nicht weit davon entfernt entdecke ich einige Tage später eine Libelle. Eine kleine Blaue, welche mir in meinem Libellen-Sortiment noch fehlt. Ich nähere mich und fotografiere. Sie ist sehr filigran, ich muss näher ran. Wunderschön anzuschauen ist diese schöne Szene, wie sie zusammen mit einer kleinen Gehäuseschnecke an einem Halm hängt und sich entspannt, ganz gemütlich in trauter Zweisamkeit. Ich mache mehrere Bilder und kann, ich bin wirklich erstaunt, enorm nahe an sie heran. Die Kleine ist sehr mutig, denn sie fliegt nicht weg.

Als ich dann echt unverschämt nah komme, bewegt sie einen Flügel, bleibt aber sitzen. Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: sie klebt an der kleinen Schnecke fest und ist dort hilflos allem Unbill ausgesetzt; von wegen traute Zweisamkeit. Sie schaut mich mit ihren riesigen Augen hilflos an und scheint vor Angst bald ohnmächtig zu werden.

Glücklicherweise kann ich sie unbeschadet befreien und sie dankt es mir, mit einem kleinen Tanz vor meinen Augen bevor sie glücklich entschwindet, der neu gefundenen Freiheit entgegen.

Festgeklebte Libelle an Schneckenschleim

Ist das denn zu glauben, ein mysteriöser Täter trachtet unschuldigen kleinen Insekten nach dem Leben.

Einige Wochen später. Ich hatte diese beiden Ereignisse bereits fast vergessen, da bin ich in aller Frühe mit den Hunden wieder an meinem Lieblingssee. Ich bin fasziniert von den vielen Tautropfen und habe natürlich auch meine Kamera dabei. 

Da etwas blitzt in den ersten Strahlen der Morgensonne zwischen den Gräsern hervor. Wow, schon immer wollte ich eine Libelle in der Kältestarre entdecken, dann kann man sie problemlos fotografieren, denn sie können ja nicht fliegen. 

Gesehen und getan. Die wunderbaren Tropfen, sehr schön. Lediglich die Hunde behindern mich ein wenig, da die Libelle genau auf deren Nasenhöhe sitzt. Daher sind die Bilder nicht in der Qualität, die ich gerne gehabt hätte. Ich beende mein Shooting und gehe nach Hause - denn wenn die beiden mich nicht fotografieren lassen, dann soll es eben auch nicht sein. 

Als ich dann später am Tag neugierig meine Tropfenbilder betrachte, fällt mir in der Vergrößerung etwas auf! Die Libelle wurde aufgespießt, der Flügel ist gut sichtbar durchbohrt von einem stabilen Grashalm. 

Sollte sich das Insekt selbst in diesen Halm gestürzt haben - nein, das kann ich nicht glauben. Der Unbekannte hat schon ein drittes Mal zugeschlagen!

Libelle aufgespießt von Grashalm

Leider konnte ich in diesem Fall nicht mehr helfen. Aber ich bleibe aufmerksam.

Bestimmt kommt irgendwann der Tag, an dem ich ihn auf frischer Tat ertappe - versprochen, ihr kleinen Insekten!



Tja, das war im Jahre 2015. Allerdings kann ich sagen, in diesem Jahr ist mir kein neues Opfer aufgefallen. Eventuell hat er sein Betätigungsfeld verlagert oder ist selbst Opfer eines tödlichen Ereignisses geworden. Wie auch immer, momentan scheint der Wald frei von Übeltätern zu sein.

Es grüßt euch ganz herzlich

Marion

alias


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Kommentare:

  1. Aber gerne bist du noch dabei mit deinem Natur-Krimi.
    Gerade habe ich deine Libelle verlinkt.
    Ich freue mich, dass du noch mitgemacht hast und danke dir recht herzlich.
    Besonders danke ich dir als hilfreicher Retter in der Not:-)
    ♥liche Grüße von mir

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  2. Liebe Marion,
    vielen Dank für die wunderschönen Naturfotos für Jutta und für uns!
    Sie sind dir super gelungen!
    Eine Libelle im Morgentau, das habe ich noch nie gesehen, klasse!
    Dachte ich auch zuerst, bis ich dann deine Zeilen dazu las....
    Aufgespießt, schon echt traurig....deswegen ist sie auch derart vom Morgentau getränkt...
    Da bin ich aber froh, dass du keine Übeltaten mehr gefunden hast!!!

    Herzliche Grüße
    heute von Monika* und dem Rotwild

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Einige liebe Worte sind für mich wie ein warmer Regen im Mai ... sie geben mir die Kraft für ein ganzes Blogger-Jahr, kreativ in die Welt zu schauen. Ich danke euch allen dafür.

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